Kleinst-PCs

Diese niedlichen Dinger sind mein neuestes Hobby. Es handelt sich dabei um Kleinstcomputer, welche über alle Teile eines normalen PCs verfügen. Es gibt sie in verschiedenen Formaten. Persönlich bevorzuge ich die "Single Board Computer" (SBC), auch Bisquit-PC genannt. Hier meine ersten beiden Versuche:

MP3-Player Display

Das hier war mein erster Versuch (Codename "Orpheus"). Es handelt sich um einen, über Netzwerk speisbaren, MP3-Player. Damals war das noch etwas neues. Heute macht das Gerät mit seiner derzeitigen Funktionalität eigentlich keinen Sinn mehr, zumal allein die Hardwarekosten den Preis eines durchschnittlichen MP3-Players für die Stereoanlage übersteigen. Daher möchte ich ihn demnächst erweitern. Als erstes sollte er auch Ogg/Vorbis-Dateien abspielen können. Als nächstes werde ich versuchen, realtime MP3 (oder Ogg) Encoding einzubauen. Die Leistungsreserven sollten eigentlich reichen.

Technisch basiert diese Kiste auf einem SBC von Advantech mit einer Cyrix GXI-233 CPU. Das ist ein Intel-kompatibler Prozessor mit eingebauter Sound- und Grafikfunktion (alles auf einem Chip!). Ich habe die Stromsparvariante gewählt, so dass ich mit passiver Kühlung auskomme. Für Saft sorgt ein Multi-Output Schaltnetzteil. Das bedeutet, es verträgt Eingangsspannungen von 110V bis 240V bei 50Hz oder 60Hz, und liefert dafür Gleichstrom von 5V und 12V gleichzeitig. Leider ist es ziemlich gross (es nimmt die ganze, untere Hälfte des Blocks ein). Als Harddisk habe ich eine normale 6GB IDE Laptopharddisk von Toshiba eingebaut. Die Fernsteuerung ist eine der üblichen Ersatzfernsteuerungen, wie man sie in jedem HiFi-Geschäft kriegt. Den Empfänger (der schwarze Stecker) habe ich nach Anleitung des LIRC-Projekts selbst zusammengelötet. Das Display schliesslich ist ein einfaches 4x20 Textdisplay von Matrix Orbital als Betriebssystem dient ein modifiziertes SuSE-Linux. Die Decodierarbeit wird von mpg123 übernommen und die JukeBox-Software entstammt dem Cajun-Projekt. Letzteres will ich aber bei Gelegenheit durch ein eigenes Produkt ersetzen, da es nicht genau für diese Arbeit geeignet ist.

Firewall

Das hier ist mein zweiter Versuch (Codename "Minni May"). Es handelt sich um einen Router mit integrierter Firewall. Dieses Gerät ist, wenn auch "nur" privat, tatsächlich im Einsatz. Es stellt seit Sommer 2001 eine pseudo-permanente Internetverbindung über ein ADSL-Modem zur Verfügung. Bis auf ein paar kleine Upgrades und Patches ohne Unterbruch.

Wer das Foto genau ansieht, kann den Schriftzug "Advantech" auf dem Gehäuse entziffern. Die Firma liefert den SBC samt Gehäuse fertig so aus, so dass Hardwarebasteleien hier entfallen. Ursprünglich wollte ich mir selbst etwas bauen, aber das wirklich hübsche und kleine Gehäuse, sowie der relativ kleine Preis, haben mich umgestimmt. Das Gehäuse dient übrigens gleichzeitig als passiver Kühlkörper.

Technisch ist auch dies ein SBC, diesmal basierend auf einem Intel 486 DX2 66. Für eine Firewall an einem Kleinstnetzwerk ist das durchaus ausreichend. Das Netzteil ist nicht im Bild. Es handelt sich um ein übliches 5V Steckernetzteil. Als "Harddisk" dient eine 32MB CompactFlash Karte. Somit enthält das Gerät keinerlei bewegliche Teile, und ist damit extrem leise und unempfindlich gegenüber Erschütterungen. Wegen dem knappen Speicherplatz konnte ich aber nicht einfach eine normale Linux-Distribution installieren. Statt dessen bastelte ich mein eigenes System auf Basis des BYLD-Projekts.

Autor:

Christof Bürgi <christof@buergi.lugs.ch>

Webmaster:

webmaster@p2501.ch


Valid XHTML 1.0!
Valid CSS!